Eine gute Physiotherapie Fortbildung bringt Sie fachlich weiter – sie füllt nicht nur den Stundennachweis. Der Fortbildungsmarkt in Österreich macht die Auswahl allerdings nicht leicht: unzählige Anbieter, große Versprechen, sehr unterschiedliche Qualität. Dieser Überblick hilft Ihnen bei der Orientierung: Sie erfahren, woran Sie seriöse, evidenzbasierte Fortbildungen erkennen, wann Präsenz-, Online- oder Hybridformate sinnvoll sind, was die gesetzliche Fortbildungspflicht von 60 Stunden in fünf Jahren verlangt und wie Sie einen Teil der Kosten zurückholen.
RehabUpdate steht dabei für drei Dinge: evidenzbasierte Inhalte von international forschenden Referent:innen, Präsenz- und Hybridkurse mit echtem Hands-on-Anteil – und einen ehrlichen Blick darauf, was die Studienlage trägt und was nicht. Kursort ist Wien, die Inhalte richten sich an Physiotherapeut:innen in ganz Österreich.
Woran Sie eine gute Physiotherapie-Fortbildung erkennen
„Evidenzbasiert“ steht heute in fast jeder Kursbeschreibung – ein geschütztes Qualitätsmerkmal ist es nicht. Prüfen Sie eine Fortbildung für Physiotherapeut:innen deshalb vor der Buchung an fünf Kriterien:
- Die Referent:innen forschen und publizieren selbst. Wer eigene Studien in Peer-Review-Journalen veröffentlicht, kennt die Evidenzlage aus erster Hand – inklusive ihrer Grenzen. Eine kurze PubMed-Suche nach dem Namen genügt zur Kontrolle.
- Aussagen sind mit Quellen belegt. Seriöse Kurse nennen die Studien hinter ihren Empfehlungen direkt auf den Folien – nicht erst auf Nachfrage.
- Keine Methodendogmen. Vorsicht bei Konzepten, die für nahezu jedes Problem dieselbe Technik anbieten oder eine „Schule“ als einzig richtigen Weg verkaufen. Gute Referent:innen denken problem- und patientenorientiert, nicht methodenorientiert.
- Limitationen werden benannt. Ehrliche Fortbildungen sagen auch, was die Forschung nicht weiß und wo die Evidenz dünn ist. Wer nur Sicherheit verkauft, verkauft zu viel.
- Die Literatur ist aktuell. Die Evidenzlage in der Physiotherapie entwickelt sich schnell. Stammen die zitierten Kernstudien aus den letzten fünf bis zehn Jahren – oder aus den Neunzigern?
Der Aufwand für diese Prüfung ist klein: Kursprogramm ansehen, Referent:innen auf PubMed suchen, auf Quellenangaben achten. Er lohnt sich doppelt – Sie investieren Zeit und Geld nur in Fortbildungen, deren Inhalte einer kritischen Prüfung standhalten, und erfüllen Ihre Fortbildungspflicht mit Substanz statt mit Sitzstunden.
Was evidenzbasiertes Arbeiten über die Kursauswahl hinaus bedeutet – von den drei Säulen der EBP bis zum 5-Schritte-Prozess – lesen Sie in unserem Grundlagenbeitrag zur evidenzbasierten Physiotherapie.
Präsenz, online oder hybrid?
Die ehrliche Antwort: Es kommt auf das Lernziel an. Kein Format ist pauschal überlegen – jedes hat einen klaren Einsatzbereich.
- Online: Für Theorie, Studien-Updates und kurze Impulse sind Online-Formate effizient – keine Anreise, freie Zeiteinteilung. Ihre Grenze erreichen sie dort, wo es um praktische Fertigkeiten geht.
- Präsenz: Sobald es um Ihre Hände geht – Palpation, Testdurchführung, Dosierung –, ersetzt kein Video den Moment, in dem eine erfahrene Referentin Ihre Ausführung korrigiert. Vor Ort sehen Sie Techniken live am Menschen, üben unter Anleitung und erhalten direktes Feedback. Dazu kommt der fachliche Austausch mit Kolleg:innen, aus dem oft die wertvollsten Impulse für die eigene Arbeit entstehen.
- Hybrid: Der Mittelweg – Theorie online im eigenen Tempo, Praxis konzentriert vor Ort. Beispiel aus unserem eigenen Programm: Beim Hybrid Course on Patellofemoral Pain von RehabUpdate absolvieren Sie drei Stunden aufgezeichnete Online-Theorie vorab; der siebenstündige Praxis-Workshop findet vor Ort statt.
Faustregel für Ihre Planung: Reine Wissensthemen dürfen online bleiben. Alles, was später an Patient:innen ankommen soll, gehört in ein Format mit Praxisanteil. Über fünf Jahre gedacht heißt das: Kombinieren Sie kurze Online-Updates für die Breite mit ein bis zwei sorgfältig ausgewählten Präsenz- oder Hybridkursen pro Jahr für die Tiefe – so erfüllen Sie Ihre Fortbildungspflicht mit Stunden, die Ihre Behandlung tatsächlich verändern.
Fortbildungspflicht & CPD-Punkte in Österreich
Physiotherapeut:innen in Österreich sind gesetzlich verpflichtet, innerhalb von fünf Jahren 60 Stunden Fortbildung zu absolvieren (§ 38 MTDG). Eine Vorab-Approbation einzelner Kurse gibt es dabei nicht: Die Fortbildung muss der fachgerechten Berufsausübung dienen, und Sie bewahren die Teilnahmebestätigungen als Nachweis auf. Alle Details – von der Dokumentation bis zu häufigen Irrtümern – klärt unser Guide zur Fortbildungspflicht für Physiotherapeut:innen in Österreich.
Zusätzlich – und freiwillig – gibt es das MTD-CPD-Zertifikat: 80 Punkte in fünf Jahren, wobei eine Unterrichtseinheit einem Punkt entspricht. Es geht über die gesetzliche Pflicht hinaus und macht Ihre kontinuierliche Weiterbildung nach außen sichtbar. Wichtig für die Planung ist die 50-Prozent-Regel: Mindestens die Hälfte der Punkte – also 40 von 80 – muss aus fachspezifischen Fort- und Weiterbildungen oder Studien stammen; höchstens 50 % dürfen aus Aktivitäten wie Vortragstätigkeit, Literaturstudium oder Supervision kommen. Wie das Punktesystem im Detail funktioniert und welche Aktivitäten zählen, erklärt unser Beitrag zum MTD-CPD-Zertifikat.
Was kostet eine Fortbildung – und was davon holen Sie zurück?
Die Preisspanne am Markt ist groß und hängt von Thema, Dauer und Referent:innen ab. Zur Einordnung ein Beispiel aus unserem eigenen Programm: Der eintägige PFP-Hybridkurs bei RehabUpdate kostet 300 Euro. Dazu kommen je nach Wohnort Fahrt-, Nächtigungs- und Literaturkosten – die tatsächliche Investition liegt also oft über der reinen Kursgebühr.
Ein erheblicher Teil davon kommt zurück: Fortbildungskosten sind als Werbungskosten (angestellt) bzw. Betriebsausgaben (freiberuflich) steuerlich absetzbar – inklusive Kursgebühr, Kilometergeld, Nächtigung und Fachliteratur. Ein vereinfachtes Rechenbeispiel: Wer für einen zweitägigen Kurs 600 Euro Kursgebühr, 200 Euro Kilometergeld (400 km à 0,50 Euro), 120 Euro Nächtigung und 80 Euro Fachliteratur selbst trägt, macht 1.000 Euro geltend – deutlich mehr als das Werbungskostenpauschale von 132 Euro, sodass sich der Großteil steuerlich auswirkt. Wie viel Sie sich konkret ersparen, hängt von Ihrem persönlichen Grenzsteuersatz ab; die Schritt-für-Schritt-Anleitung liefert unser Leitfaden Fortbildung steuerlich absetzen für Physiotherapeut:innen.
Wenn Sie Ihren Hauptwohnsitz in Wien haben, unterstützt Sie zusätzlich der waff über das Bildungskonto. Die Fördervarianten und Bedingungen haben wir auf unserer Seite zur Physiotherapie Fortbildung in Wien zusammengefasst.
Fortbildungen bei RehabUpdate
RehabUpdate holt Referent:innen nach Wien, die zu ihren Kursthemen selbst forschen und publizieren – Sie lernen also direkt an der Quelle der Evidenz, in bewusst kleinen Gruppen mit hohem Praxisanteil. Jeder Kurs erfüllt die fünf Kriterien aus diesem Guide: belegte Aussagen, aktuelle Literatur, benannte Limitationen – und keine Methodendogmen.
- Hybrid Course on Patellofemoral Pain – 21. November 2026: mit Bradley Neal und Simon Lack (teamPFP), die beide selbst zum patellofemoralen Schmerz publizieren. Drei Stunden Online-Theorie vorab, sieben Stunden Praxis-Workshop in Wien, Kurspreis 300 Euro.
- Schulterkurs mit Jo Gibson – Warteliste: Der zweitägige Kurs „The Shoulder: Steps to Success“ fand im Juni 2026 statt. Für eine Neuauflage setzen wir Sie über das Contact form unverbindlich auf die Warteliste.
Alle Kurse finden vor Ort in Wien statt – zentral im 3. Bezirk, direkt bei der U3-Station Rochusgasse. Alles zu Kursort, Anreise und Förderungen finden Sie auf unserer Seite zur Physiotherapie Fortbildung in Wien; sämtliche Termine mit Anmeldung stehen in der Kursübersicht.
Häufige Fragen zur Physiotherapie-Fortbildung
Ja. § 38 MTDG verpflichtet Physiotherapeut:innen in Österreich zu 60 Stunden Fortbildung innerhalb von fünf Jahren. Eine Vorab-Approbation einzelner Kurse gibt es nicht – die Fortbildung muss der fachgerechten Berufsausübung dienen, die Teilnahmebestätigungen dienen als Nachweis.
Für das freiwillige MTD-CPD-Zertifikat benötigen Sie 80 Punkte innerhalb von fünf Jahren; eine Unterrichtseinheit entspricht einem Punkt. Das Zertifikat geht über die gesetzliche Fortbildungspflicht hinaus und macht kontinuierliche Weiterbildung nach außen sichtbar.
Präsenz, online und hybrid. Online-Formate eignen sich für Theorie und Studien-Updates; praktische Techniken lernen Sie am besten vor Ort – mit Üben unter Anleitung und direktem Feedback. Hybridkurse wie der PFP-Kurs von RehabUpdate kombinieren Online-Theorie mit einem Praxis-Workshop vor Ort.
Ja. Fortbildungskosten sind als Werbungskosten (Angestellte) bzw. Betriebsausgaben (Freiberufler:innen) steuerlich absetzbar – inklusive Kursgebühr, Kilometergeld, Nächtigung und Fachliteratur. Der Betrag mindert Ihr steuerpflichtiges Einkommen.
Vor Ort in Wien: in der Praxis time for physio, Rochusgasse 6/4, 1030 Wien, direkt bei der U3-Station Rochusgasse. Hybridkurse kombinieren den Praxistag in Wien mit Online-Theorie, die Sie vorab flexibel absolvieren.
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Evidenzbasiert, mit forschenden Referent:innen und echtem Praxisanteil: Die Fortbildungen von RehabUpdate sind bewusst klein gehalten – die Plätze pro Termin sind begrenzt. Werfen Sie jetzt einen Blick auf die aktuellen Termine.
